Die Preise für Photovoltaikanlagen sind in den vergangenen drei Jahren um etwa 40 Prozent gefallen. Ein Kilowatt-Peak Modulleistung kostet 2026 im schlüsselfertigen Einbau durchschnittlich noch rund 1.400 bis 1.700 Euro, inklusive Wechselrichter und Montage. Wer jetzt kauft, tut das unter deutlich besseren Bedingungen als Hausbesitzer, die 2021 oder 2022 unterschrieben haben. Trotzdem lauern beim Kauf einige Fallen, die sich mit etwas Vorbereitung gut umgehen lassen.
Welche Anlagengröße wirklich passt
Die häufigste Fehlannahme: Eine möglichst große Anlage ist immer besser. Das stimmt nur, wenn der Eigenverbrauch entsprechend hoch ist. Als Faustregel gilt, dass ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 4.500 Kilowattstunden gut mit einer Anlage zwischen 8 und 12 Kilowatt-Peak bedient ist. Wer ein Elektroauto lädt oder eine Wärmepumpe betreibt, liegt eher bei 14 bis 18 Kilowatt-Peak.
Überschussstrom wird ins Netz eingespeist und vergütet. Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz liegt für Neuanlagen 2026 bei rund 8,0 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen bis 10 Kilowatt-Peak. Das ist wenig im Vergleich zum Strombezugspreis von etwa 30 bis 34 Cent. Je mehr Strom der Haushalt selbst verbraucht, desto besser die Wirtschaftlichkeit. Eine Anlage, die 70 Prozent ihres Ertrags ins Netz abgibt, rechnet sich erheblich schlechter als eine, bei der 60 Prozent im Haus bleiben.
Speicher: Wann er sich rechnet, wann nicht
Batteriespeicher haben sich technisch stark weiterentwickelt. Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) gelten heute als Standard, sie halten 4.000 bis 6.000 Ladezyklen und damit in der Regel mehr als 15 Jahre. Die Kosten liegen 2026 bei rund 700 bis 900 Euro pro nutzbarer Kilowattstunde, fertig installiert. Ein 10-kWh-Speicher schlägt also mit 7.000 bis 9.000 Euro zu Buche.
Wann lohnt er sich? Wer tagsüber wenig zu Hause ist und seinen Eigenverbrauch ohne Speicher auf nur 25 bis 30 Prozent bringt, kann diesen Wert mit einem passenden Speicher auf 60 bis 75 Prozent heben. Bei einem Jahresertrag von 10.000 Kilowattstunden und einem Strombezugspreis von 32 Cent bedeutet das eine zusätzliche Ersparnis von grob 1.000 Euro pro Jahr. Die Amortisation des Speichers allein liegt dann bei 7 bis 9 Jahren. Wer dagegen bereits 50 Prozent Eigenverbrauch ohne Speicher erreicht, zum Beispiel durch Homeoffice oder automatisierte Verbraucher, profitiert weniger.
Angebote vergleichen: Worauf es ankommt
Der Markt ist unübersichtlich. Zwischen seriösen Fachbetrieben und Firmen, die Standardmodule zu Premium-Preisen verkaufen, liegen oft 30 bis 40 Prozent Preisunterschied. Wer mehrere Angebote einholt und dabei konkrete Leistungsparameter vergleicht, spart im Schnitt mehrere Tausend Euro. Ein strukturierter Photovoltaik Vergleichsrechner kann dabei helfen, den eigenen Bedarf einzugrenzen und realistische Kostenrahmen zu ermitteln, bevor man überhaupt den ersten Anbieter anruft.
Beim Angebotsvergleich sollten mindestens folgende Punkte schriftlich festgehalten sein: Modulhersteller und Leistungsgarantie (mindestens 25 Jahre auf 80 Prozent Ertrag), Wechselrichtertyp, Installationsgarantie, Netzanmeldung inklusive oder exklusive, sowie der genaue Anlagenertrag in Kilowattstunden pro Jahr, bezogen auf den konkreten Standort und die Dachausrichtung.
Förderung und Steuern 2026
Auf Bundesebene gibt es seit 2023 keine Mehrwertsteuer mehr auf die Lieferung und Installation von Solaranlagen für Privatgebäude. Das spart direkt 19 Prozent gegenüber dem früheren Regelpreis. Zusätzlich bieten viele Bundesländer eigene Förderprogramme an, teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen. Die KfW-Bank finanziert Photovoltaikanlagen mit Speicher über den Kredit 270 zu aktuell günstigen Konditionen.
Wer seinen Strom einspeist, gilt steuerlich als Unternehmer. Seit der Einkommenssteuerreform 2023 sind Einnahmen aus Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak jedoch pauschal von der Einkommensteuer befreit. Das Einkommensteuergesetz, Paragraph 3 regelt diese Steuerbefreiung verbindlich. Wer eine größere Anlage plant oder mehrere Objekte betreibt, sollte das mit einem Steuerberater klären.
Typische Amortisationszeiten im Überblick
| Anlagenkonfiguration | Investition (ca.) | Amortisation (ca.) |
|---|---|---|
| 8 kWp, kein Speicher | 12.000 Euro | 8 bis 10 Jahre |
| 10 kWp + 10 kWh Speicher | 22.000 Euro | 11 bis 14 Jahre |
| 15 kWp + 15 kWh Speicher + Wallbox | 32.000 Euro | 12 bis 16 Jahre |
Qualität der Installateure prüfen
Der Fachkräftemangel im Elektrohandwerk hat dazu geführt, dass manche Anbieter Subunternehmer ohne ausreichende Qualifikation einsetzen. Wer einen Vertrag unterschreibt, sollte vorher prüfen, ob der Betrieb im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers eingetragen ist. Die Handwerkskammern führen außerdem öffentliche Betriebsregister.
Der Bundesverband Solarwirtschaft veröffentlicht Qualitätskriterien und listet Mitgliedsunternehmen, die sich verbindlichen Standards unterworfen haben. Das ersetzt keine eigene Prüfung, ist aber ein sinnvoller erster Filter.
Eine Photovoltaikanlage hält 25 bis 30 Jahre. Fehler beim Kauf, bei der Planung oder der Installation zeigen ihre Folgen oft erst Jahre später. Wer sich vorab ein paar Stunden Zeit nimmt, drei bis vier Angebote einholt und die wesentlichen technischen Parameter versteht, trifft eine erheblich bessere Entscheidung als jemand, der beim ersten freundlichen Vertreter unterschreibt. Das gilt 2026 genauso wie in jedem anderen Jahr.

